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Tipps für stressfreies Essen mit autistischen Kindern

18. Mai
4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 16. Sept.

Essen kann für autistische Kinder eine herausfordernde Erfahrung sein. Die sensorischen Empfindlichkeiten, die viele Kinder im Autismus-Spektrum erleben, können zu Stress und Unbehagen während der Mahlzeiten führen. In diesem Blogbeitrag geben wir Ihnen praktische Tipps, um das Essen für Ihr Kind angenehmer und stressfreier zu gestalten.



Die Bedeutung einer ruhigen Umgebung


Eine ruhige und entspannende Umgebung kann einen grossen Unterschied machen. Hier sind einige Tipps, um die Essensumgebung zu optimieren:


  • Reduzieren Sie Geräusche: Schalten Sie laute Geräte aus und vermeiden Sie Hintergrundmusik, die ablenken könnte, oder minimieren sie zwischendurch auch mal Tischgespräche.

  • Sanftes Licht: Verwenden Sie sanftes Licht, um eine angenehme Atmosphäre zu schaffen. Helles, flackerndes Licht kann unangenehm sein.

  • Ordnung halten: Halten Sie den Esstisch aufgeräumt und frei von Ablenkungen. Weniger visuelle Reize können helfen, den Fokus auf das Essen zu lenken.

  • Rituale beibehalten: Vielleicht hilft dem einen oder anderen auch die Tischordnung gleich zu behalten. Gleiche Sitzplätze, gleicher Teller, oder vielleicht sogar immer den gleichen Essenspruch vor dem beginn. Wiederholende Rituale helfen autistischen Kindern sich zu orientieren und zu entspannen.


Vorhersehbare Essenszeiten


Vorhersehbarkeit kann für autistische Kinder sehr beruhigend sein. Hier sind einige Möglichkeiten, um Essenszeiten vorhersehbar zu gestalten:


  • Feste Essenszeiten: Legen Sie feste Zeiten für Frühstück, Mittagessen und Abendessen fest. Dies hilft Ihrem Kind, sich auf die Mahlzeiten vorzubereiten.

  • Visuelle Zeitpläne: Nutzen Sie visuelle Zeitpläne, um die Tagesstruktur zu verdeutlichen.

    Bilder von den Mahlzeiten können helfen, das Kind auf das bevorstehende Essen vorzubereiten. (Piktogramme) Diese können einfach und individuell erstellt werden. (Schreib uns an, wir geben euch gerne Produkt Vorschläge und Tipps diese umzusetzen!)


Auswahl der Lebensmittel


Die Auswahl der richtigen Lebensmittel kann entscheidend sein. Hier sind einige Tipps, um die Essenswahl zu erleichtern:


  • Bevorzugte Lebensmittel: Berücksichtigen Sie die Vorlieben Ihres Kindes. Bieten Sie eine Auswahl an Lebensmitteln an, die es mag, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass es isst.

  • Neue Lebensmittel schrittweise einführen: Führen Sie neue Lebensmittel schrittweise ein. Beginnen Sie mit kleinen Portionen und kombinieren Sie sie mit vertrauten Lebensmitteln. Versuchen sie mal, ein neues Lebensmittel kommentarlos zb. auf dem Tisch zu lassen, immer und immer wieder, irgendwann kann es Neugier wecken.

  • Nie das gleiche Gericht mehrmals nacheinander anbieten: Abwechslung ist

    das A.O. Versucht so gut es geht die Gerichte abzuwechseln. Bei wenig Auswahl

    (zb nur zwei Auswahlen an Warmgerichten) nur etwas kleines Anpassen. zb, Nuggets mit Pommes, am nächsten Tag dann Nuggets mit Pommes und ein Ei - danach evt Nuggets mit neuen Pommes (Immer wieder probieren) usw.

    (als Tipp, max. 2 Tage nacheinander warten mit demselben Gericht anbieten.

    Zb Montagmittags Spaghetti, Dienstag PAUSE, dann wieder Mittwochabends Spaghetti)


Sensorische Anpassungen


Viele autistische Kinder haben spezifische sensorische Bedürfnisse. Hier sind einige Anpassungen, die helfen können:


  • Texturen berücksichtigen: Achten Sie auf die Texturen der Lebensmittel. Einige Kinder bevorzugen knusprige oder weiche Lebensmittel. Experimentieren Sie mit verschiedenen Texturen, um herauszufinden, was Ihrem Kind gefällt. (Auch Spaghettis können mit Butter angebraten werden :-))

  • Temperatur der Speisen: Berücksichtigen Sie die Temperatur der Speisen. Manche Kinder bevorzugen warme Speisen, während andere kalte Speisen bevorzugen. Gehen sie nicht nach der Norm. Jeder Mensch ist individuell und darf seinen Essen's ''Vorlieben'' nachgehen.

  • Farben berücksichtigen: Das Auge isst mit. Bei Autistischen Kindern, gerade die, die selektives Essverhalten haben, isst das Auge besonders 'streng' mit. Versuchen sie herauszufinden, ob irgendwelche Farbschemas eine Rolle spielen. Oftmals können Farben wie Rot/Grün direkt zur Ablehnung führen.


Kreativität


Oftmals ist auch einfach nur Kreativität gefragt. ,,Mein Kind isst kein Gemüse, keine Früchte und nur wenige Gerichte.'' kennen viele von uns.


Hier kleine Tipps die das Essen/den Teller vielleicht Attraktiver gestaltet:


  • Spezialinteresse: Hat ihr Kind ein Spezial Interesse? Sind es Zahlen? Buchstaben oder Autos? Gestaltet anhand dessen die Teller, oftmals motiviert es Kindern das Essen dann auch auszuprobieren.

  • Teller: Lassen Sie Ihr Kind den Teller aussuchen, oder versucht mal das Essen im Teller zu trennen. Dafür gibt es gute und optisch schöne Teller mit Trennwänden.

  • Accessoires: Versuchen sie mal mit Ausstechformen, oder coole Muffins-Topper/Party Picks. Auch hier evt. mit dem Interesse des Kindes zb. Baustellen, Zahlen usw.


Einbeziehung des Kindes


Die Einbeziehung Ihres Kindes in den Essensprozess kann das Interesse und die Akzeptanz erhöhen. Hier sind einige Möglichkeiten, wie Sie Ihr Kind einbeziehen können:


  • Einkaufen gehen: Lassen Sie Ihr Kind beim Einkaufen helfen. Lassen Sie es auswählen, welche Lebensmittel es ausprobieren möchte.

  • Kochen: Binden Sie Ihr Kind in den Kochprozess ein. Es kann helfen, das Interesse am Essen zu steigern, wenn es sieht, wie die Speisen zubereitet werden. Auch wenn es nur ein Schritt ist. (kleiner Tipp: fangt mal bei Pizza an - diese finden Kinder besonders lustig zu gestalten)

  • Piktogramme: Macht ein a4 Blatt mit Bildern von verschiedenen Gerichten und lasst euer Kind darauf zeigen oder es aussuchen.


Stressbewältigungstechniken


Es ist wichtig, Stressbewältigungstechniken zu entwickeln, um die Essenszeit zu erleichtern. Hier sind einige Vorschläge:


  • Atemübungen: Lehren Sie Ihrem Kind einfache Atemübungen, um sich zu entspannen, bevor es mit dem Essen beginnt.

  • Positive Verstärkung: Verwenden Sie positive Verstärkung, um Ihr Kind zu ermutigen, neue Lebensmittel auszuprobieren oder ruhig am Tisch zu sitzen.


Flexibilität und Geduld


Es ist wichtig, flexibel und geduldig zu sein. Jedes Kind ist einzigartig und benötigt möglicherweise unterschiedliche Ansätze. Hier sind einige Tipps, um Geduld zu bewahren:


  • Akzeptieren Sie Rückschläge: Rückschläge sind normal. Seien Sie geduldig und versuchen Sie es erneut, ohne Druck auszuüben. Erzwingen sie nichts und machen sie keine Vergleiche :)

  • Feiern Sie kleine Erfolge: Feiern Sie jeden kleinen Erfolg, sei es das Ausprobieren eines neuen Lebensmittels oder das Sitzen am Tisch für eine bestimmte Zeit. Jubeln sie, feiern sie bemerkbar die kleinen Momente.

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Unterstützung durch Fachleute


Wenn Sie Schwierigkeiten haben, die Essenszeiten zu verbessern, ziehen Sie in Betracht, Unterstützung von Fachleuten in Anspruch zu nehmen. Hier sind einige Optionen:


  • Ernährungsberater: Ein Ernährungsberater kann Ihnen helfen, einen ausgewogenen Ernährungsplan zu erstellen, der auf die Bedürfnisse Ihres Kindes abgestimmt ist.

  • Therapeuten/Coachings: Ein Therapeut oder ein Coach mit Erfahrung kann Ihnen Strategien zur Stressbewältigung und zur Verbesserung des Essverhaltens Ihres Kindes anbieten.

  • Autismus Sprechstunden oder Selbsthilfegruppen: Sprechen sie ihre Ess-Schwierigkeiten bei einer Autismus Sprechstunde an (zb. im KJPD Luzern).

    Diese sind geschult oder haben bereits von anderen Eltern Ideen und Tipps erhalten. Oder gesellen sie sich auch mal in einer Selbsthilfegruppe oder bei unseren Treffen. Da werden solche Themen oftmals besprochen.


Fazit


Essen mit autistischen Kindern kann herausfordernd sein, aber mit den richtigen Strategien und einem verständnisvollen Ansatz können Sie die Essenszeiten stressfreier gestalten. Denken Sie daran, dass Geduld und Flexibilität der Schlüssel sind. Indem Sie eine ruhige Umgebung schaffen, Ihr Kind einbeziehen und auf seine sensorischen Bedürfnisse eingehen, können Sie eine positive Essensatmosphäre fördern.


Nutzen Sie diese Tipps, um die Essenszeiten für Ihr Kind angenehmer zu gestalten und geniessen Sie die gemeinsamen Mahlzeiten.

 
 
 

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